IDM-Bilanz 2009
Feb 22nd, 2011 | by lukk | Rubrik: EchoTolle Bilanz lässt für 2010 hoffen
Heimische Piloten in der IDM: Kellner mit bester Platzierung seit Jahren
Die heimischen Piloten in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) können praktisch durchwegs auf ein gutes Rennsportjahr 2009 zurückblicken. Das gilt auch insgesamt für den Pallinger Hobbyfahrer Chris Schmid, der allerdings beim Saisonfinale Pech hatte. Vor ihm war nämlich Sven Bennin (Lasbek-Gut) gestürzt, Schmid konnte nicht mehr ausweichen. Bennin, der nach gut zehn Jahren im Cup seine Karriere mit einem guten Resultat beenden wollte, zog sich einen Beckenbruch zu. Schmid, der sich mit Rang 14 und damit zwei Punkten am Salzburgring einen Traum erfüllt hatte, zog sich bei seinem Sturz eine Gehirnerschütterung zu. »Kopfschmerzen« bereitet den Piloten der Region ansonsten das IDM-Jahr 2009 nicht – und daher sind die Aussichten auch gut, dass sie 2010 wieder alle mitfahren. Der Überblick:
IDM125ccm
Luca Grünwald (Waldkraiburg/4.): Nach dem Gesamtsieger im ADAC Junior Cup von 2007 und Rang 12 in der 125-ccm-Klasse 2008 folgte ein großer Schritt nach vorn. »Platz 5 habe ich angestrebt, Vierter bin ich geworden, das ist war eine recht schöne Saison«, freut sich der 14-Jährige. Seine guten Leistungen durfte er noch nicht mit einer WM-Wildcard krönen, da er erst im November seinen 15. Geburtstag feiert. Doppeltes Pech: Für nächstes Jahr hat der Weltverband FIM das Mindestalter für Wildcard-Piloten auf 16 Jahre hochgeschraubt – dieses Alter erreicht Grünwald aber erst nach Abschluss der Saison. Daher plant er, neben den IDM-Wettbewerben 2010 auch noch »bei einigen anderen europäischen Rennen mitzumischen«. Nach zwei Jahren auf Honda will er auf eine Aprilia wechseln, »weil das Gesamtpaket da noch besser ist«. Am Dienstag hat für ihn wieder der Alltag in der Realschule (jetzt 9. Klasse) begonnen, und auch dort kommt er ordentlich zurecht.
Marcel Schnitter (Pflugdorf/Meister): Er wurde mit 195 von 200 möglichen Punkten überlegen Titelträger und hat in Adi Stadler (Obing), Ex-Weltmeister Toni Mang und Mechaniker-Legende Sepp Schlögl ein »WM-reifes« Team um sich – und genau in die WM soll der Weg 2010 auch führen.
IDM Superbike
Hier war das Team alpha Technik Van Zon BMW aus Stephanskirchen an den ersten sieben IDM-Wochenenden mit vier, zum Abschluss mit Gareth Jones (Australien) sogar mit fünf Piloten vertreten. Es gab »Bronze« in der Gesamtwertung für den Belgier Werner Daemen, der zudem am Salzburgring mit zwei Laufsiegen für Begeisterung gesorgt hatte. Das Team war nach dem Renneinstieg von BMW in diesem Jahr noch ohne Datenaufzeichnungen von den Strecken unterwegs und musste sich neu einfinden. Die Teamchefs Josef Hofmann und Josef Meier freuten sich neben den Leistungen von »Ehren-Bayer« Daemen – der schon einige alpha-Technik-Saisonen hinter sich hatte – auch über einen echten Bayern freuen. Der Raublinger Filip Altendorfer (22) -2008 Gesamtsieger des Yamaha-Cups – fuhr in seiner ersten Superbike-Saison konstant in die Punkteränge. Julian Mazuecos (Spanien) zeigte sich nach einer Verletzung sofort wieder im IDM-Spitzenfeld. Toni Wirsing (Chemnitz/19 Jahre)) verbuchte einige IDM-Punkte und fuhr in der starken Klasse meist unter die Top 20.
IDM Supersport
Christian Kellner (Waging / 4. Gesamtplatz):Mit dem neuen Team SKM Racing Shell Advance ging es nach zwei »mageren« Jahren aufwärts, es gab die beste Endplatzierung seit SSP-WM-Platz 4 im Jahre 2000 – und das noch punktgleich mit dem IDM-Dritten. Der 37-Jährige, der dem RTC Traunstein angehört, ist »insgesamt sehr zufrieden. Es läuft alles sehr ruhig im Team, die Maschine wird immer super vorbereitet und ist schnell und zuverlässig. Wir waren von Anfang an gut, aber ab dem Salzburgring haben wir unser Fahrwerk verbessert und sind noch stärker geworden«, freut er sich. Das Team hat bereits die Zusage, auch 2010 von Dunlop mit Reifen unterstützt zu werden. »Wir wollen gerne in der gesamten Konstellation weitermachen, und dafür sieht es im Moment gut aus«, freut er sich.
Yamaha-R6-DunIop-Cup
Markus Reiterberger (Obing/4.): »ich geb Gas, ich will Spaß«, sang einst Neue-Deutsche-Welle-Star Markus. Sein Namensvetter aus Obing gab ebenfalls viel Gas und hatte Spaß. Zum Abschluss gelangen dem 15-Jährigen drei Podestplätze, darunter der Sieg beim Finale in Hockenheim. »Schade, dass ich mich zu Beginn der Saison verletzt habe und dreimal ohne Punkte geblieben bin«, bedauert er. Beim Finalsieg »lag ich nach einem Neustart hinter Dominik Vincon; der hatte ein leichtes Problem mit seiner Maschine, und so konnte ich ihn überholen. Drei Runden vor Schluss wurde erneut wegen einiger Stürze abgebrochen und nicht mehr neu gestartet. Schade, ich hätte gerne noch die volle Distanz absolviert«, so der junge Obinger. 2010 will er noch mal im Cup ran, weil dort die Kosten (rund 15 000 Euro für Maschine und Gesamtpaket, die Reifen müssen extra bezahlt werden) relativ günstig ist. Reiterberger nimmt dieses Jahr in der Schule die 10. Klasse im M-Zug in Angriff und hat schon für danach einen Ausbildungsplatz als Zweiradmechaniker in Trostberg sicher. »Da kann ich dann mit dem Mofa hinfahren. Da darf ich gerade mal 25 Sachen fahren, wie jeder andere auch«, so Reiterberger – auf der Rennstrecke ist die zehnfache Geschwindigkeit mit dem Cup-Motorrad durchaus drin… who

